Ausflugstipps

Die schwebende Seekuh
Ein Paradies für Geologen liegt mitten im Kreis Herford. Am Doberg südlich von Bünde wurde schon so mancher Fossilienschatz zutage gefördert. Die spektakulärsten von ihnen findet man im Dobergmuseum Bünde, seit dem vergangenen Jahr eine Dependance des LWL-Naturkundemuseums in Münster. Prominentestes Exponat ist das Skelett einer Seekuh, das im zentralen Ausstellungsraum in einer Vitrine zu schweben scheint. Auch der Schädel eines Zahnwals sowie zahlreiche Ammoniten sind zu sehen. Das Museum führt Besucherinnen und Besucher zurück in eine Zeit vor rund 30 Millionen Jahren, als im heutigen Westfalen noch ein tropisches Meer lag. Schlamm und Sand schlossen ein, was dort zu Boden sank. Später hob sich der Meeresboden zum heutigen Doberg an. Inzwischen waren die Tiere versteinert. Ein Lehrer barg zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten Fundstücke und legte so den Grundstock der großen Sammlung.
Die NRW-Stiftung finanzierte den Bau des Doberg-Museums maßgeblich und ist Erbbaurechtsgeber für den Museums-Förderverein.

Die Stadt als Museum
Viele Städte haben ein Stadtmuseum, in Warendorf ist die Stadt das Museum – im Dezentralen Stadtmuseum erlebt man historische Bausubstanz an mehreren Standorten. Etwa im Gadem am Zuckertimpen aus dem 17. Jahrhundert, einem kleinen Arbeiterhäuschen am Rand der Altstadt. Hier lässt sich das Leben zweier armer Familien im Jahr 1925 nachvollziehen, auch anhand vieler historischer Einrichtungsgegenstände. Auch das klassizistische Bürgerhaus in der Klosterstraße mit seiner historischen Bildtapete, ein Fabrikantenhaus vom Beginn des 20. Jahrhunderts und das Torschreiberhaus, einst Kontrollposten für in die Stadt ein- und ausfahrende Personen und Waren, gehören mit zum Museum. Ein authentisches Geschichtserlebnis an authentischen Orten.
Die NRW-Stiftung unterstützte die Altstadtfreunde Warendorf e. V. bereits mehrfach bei Sanierungsprojekten an den Gebäuden des Dezentralen Stadtmuseums.
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Kunst im Quadrat
Mit seiner Bildserie „Huldigungen an das Quadrat“ gab der in Bottrop geborene Bauhauskünstler Josef Albers in den 1950er-Jahren unbewusst die Richtung vor für das ihm zwei Jahrzehnte später gewidmete Museum. Architekt Bernhard Küppers entwarf in Albers‘ letzten Lebensjahren zunächst drei quadratische Gebäude für das neue Josef Albers Museum Quadrat im Stadtpark, später um zwei weitere Bauten mit gleichseitigem Grundriss erweitert. Hier zu sehen: die weltgrößte Josef-Albers-Sammlung und Werke ihm nahestehender Künstlerinnen und Künstler. Ein Besuch lohnt sich aber auch in der alten Villa von 1903 direkt nebenan. Das Museum für Ur- und Ortsgeschichte zeigt Fossilien von seltenen eiszeitlichen Tieren und Werkzeugen, eine Besonderheit in Europa. Auch der Abguss einer Fährtenplatte fasziniert: Auf sieben mal vier Metern haben ein Löwe, ein Wolf und weitere Vierbeiner vor etwa 38.000 Jahren ihre Spuren auf weichem Schlamm hinterlassen.
Die NRW-Stiftung stellte dem Museumsverein für die Neueinrichtung der Dauerausstellung im Museum für Ur- und Ortsgeschichte eine Förderung zur Verfügung.

Die Oase der Klingenstadt
Ohne den Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger würde es ihn heute wohl nicht mehr geben: Als die Stadt Ende der 1990er-Jahre über eine Schließung des Botanischen Gartens Solingen nachdachte, gründete sich eine Stiftung und setzte sich für den Erhalt der beliebten Attraktion ein. Mit Erfolg – der bis heute größtenteils ehrenamtlich betriebene Park lockt jedes Jahr tausende Besucherinnen und Besucher an. In verschiedenen Themengärten gibt es zu jeder Jahreszeit Neues zu entdecken und die Schauhäuser machen wetterfesten Pflanzen-Genuss möglich: Zum bereits in den 1960er-Jahren errichteten Tropenhaus gesellten sich nach und nach eine Orchideenhalle, ein Sukkulentenhaus, ein Bromelienhaus mit einer der größten Sammlungen an Ananasgewächsen in NRW und das „Mutterpflanzenhaus“, in dem Pflanzen gepflegt und nachgezüchtet werden. Märkte, Führungen und Workshops ziehen immer wieder Menschen von nah und fern an.
Die NRW-Stiftung unterstützte den Botanischen Garten bei der denkmalgerechten Sanierung des Tropenhauses. Außerdem förderte sie die Sanierung der denkmalgeschützten Pergola.

Die Wildnis am Berghang
Mächtige Stämme, riesige Kronen: Seit mehr als 150 Jahren stehen die ältesten Buchen an den Hängen des Petersberges, einem der Gipfel des Siebengebirges. Deshalb ist das hier nicht einfach nur ein Wald, sondern das Nationale Naturerbe Petersberg in Königswinter. Eine von vielen Flächen, die der Bund früher militärisch genutzt hat und die er im Anschluss in die Hände des Naturschutzes übergeben hat. Hier hat sich weitgehend ungestört eine einzigartige Flora und Fauna erhalten. Am Petersberg bleiben umgefallene Bäume, wo es geht, einfach liegen. Davon profitieren Insekten wie der Hirschkäfer, dessen Larven sich in alten Baumstümpfen oder in den Wurzeln abgestorbener Bäume entwickeln. Auch der hier vorkommende Mittelspecht wählt gern Totholz für seine Baumhöhlen.
Am Petersberg wurden im Rahmen des Nationalen Naturerbes 90 Hektar Flächen von der Bundesrepublik Deutschland in die Hände der NRW-Stiftung übertragen.
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Ländliche Zeitreise
Einst lebten hier Nutzvieh und Menschen unter einem Dach, heute gehen in dem Gebäude Besucherinnen und Besucher ein und aus. Das Bauernmuseum Lammersdorf im gleichnamigen Ortsteil von Simmerath zeigt ländliches Leben dort, wo es passierte – im Wohnstallhaus aus dem Jahr 1889, das in seiner schwarz-weißen Fachwerkbauweise mit grün gestrichenen Türen und Toren geradezu dazu einlädt, einzutreten. Sage und schreibe 2.000 Exponate hat der engagierte Trägerverein dafür gesammelt – von der Suppenschüssel bis zum Hauklotz für Brennholz. Sie sind so arrangiert, als befinde man sich in einem ganz normalen Haushalt. Vitrinen sucht man vergeblich, viele Ausstellungsstücke darf man sogar anfassen. Mitmachen ist überhaupt an vielen Stellen erwünscht. Das Museumsteam gibt Kurse und bringt den Gästen unter anderem bei, wie man traditionell-handwerklich drechselt, webt oder Besen bindet.
Die NRW-Stiftung half auf Antrag des Vereins für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf e. V. bei der Reparatur der Dachpfetten des Museums.

Schillernder Stein
Wer durch den Kreis Soest fährt, merkt beim Blick auf Kirchen, Mühlen und andere ältere Gebäude, dass ein ganz besonderer Baustoff die Region geprägt hat: der Werler Grünsandstein, bräunlich-grünlich gefärbtes Gestein, das in der Kreidezeit entstand. Im Grünsandsteinmuseum Soest kann man mehr darüber erfahren, wie das Material in Südwestfalen verbaut wurde, wie es Kunstgeschichte und wirtschaftliches Leben bestimmte. Das Museum entstand auf dem Gelände der Dombauhütte zur Restaurierung der Kirche St. Maria zur Wiese, einer der schönsten spätgotischen Hallenkirchen in Deutschland. Die Scheune, in der das Museum untergebracht ist, stammt aus dem 18. Jahrhundert, steht selbst unter Denkmalschutz und wurde umfassend instandgesetzt. Sie ist allerdings in Fachwerkbauweise errichtet, so dass die grünen Steine nur innen als Exponate zur Geltung kommen und ihnen nicht das Museumsgebäude selbst den Rang abläuft.
Die NRW-Stiftung unterstützte den Westfälischen Dombauverein St. Maria zur Wiese e. V. bei der Einrichtung des Grünsandsteinmuseums.
Holzweg überm Moor
Er erstreckt sich auf fast 800 Quadratkilometern Fläche – der grenzüberschreitende Naturpark Maas-Schwalm-Nette ganz im Westen von Nordrhein-Westfalen und ganz im Osten der Niederlande. Dichte Wälder, Seen, Moore und Wiesen wechseln sich ab. Im Naturschutzgebiet Elmpter Schwalmbruch in Niederkrüchten lässt sich ein Moorgewässer besonders gut erkunden – ein Bohlenweg führt Besucherinnen und Besucher trockenen Fußes heran. Wo Menschen früher bis ans Ufer traten und es dabei teilweise beschädigten, laufen sie heute auf dem Holzsteg einige Zentimeter über dem Gewässerrand und erleben es aus nächster Nähe. Das lohnt sich: Das Moor ist Heimat seltener Libellenarten wie der Gefleckten Smaragdlibelle und der Gebänderten Prachtlibelle, man sieht hier Vögel wie den Zwergtaucher und die Wasserralle und Amphibien wie den Kammmolch und Kleinen Wasserfrosch. In der Pflanzenwelt stechen der Sonnentau und die Moorlilie hervor.
Die NRW-Stiftung stellte der Biologischen Station Krickenbecker Seen e. V. für die Errichtung des barrierefreien Bohlensteges eine Förderung zur Verfügung.
Eine App – 500 Ausflugsziele
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Fördergeld für Ihr Projekt
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