Schaufenster


Fläche in der Davert gesichert

Die NRW-Stiftung unterstützt seit vielen Jahren den Erhalt des ökologisch besonders wertvollen Wald- und Wiesengebietes Davert südlich von Münster. So wurde bereits vor einigen Jahren wertvolles Grünland innerhalb des Naturschutzgebietes erworben und erfolgreich für den Schutz stark gefährdeter Vogel­arten des Feuchtgrünlandes wie den Kiebitz umgestaltet. Jetzt konnte die Stiftung rund 110 Hektar des Gebietes erwerben. Der Kauf markiert einen weiteren großen Schritt zur Bewahrung einer ökologisch vielfältigen Kulturlandschaft mit Mosaiken aus Wald und naturnahem Offenland.

Die Davert ist das größte zusammenhängende historische Wald­gebiet der Region. Seine Ursprünge als ein von Erlen-Bruchwald dominiertes Moorgebiet sind heute nur noch in Relikten erhalten. Dennoch sind die vielfach feuchten und naturnahen Laubwälder überregional von großer ökologischer Bedeutung. Die Davert ist in weiten Teilen Naturschutzgebiet und steht auch als europäisches Vogelschutzgebiet unter Schutz. Dort finden sich überregional bedeutende Vorkommen gefährdeter Vogelarten wie Mittelspecht und Wespenbussard. Das Waldgebiet lässt sich am besten von Haus Heidhorn, dem Sitz der NABU-Naturschutzstation Münsterland, auf ausgewiesenen Wegen erleben.

 


Das Kloster, das nicht kapituliert

Haben Sie je von der „Immerwährenden Kapitulation“ gehört? Sie legte fest, dass im Bistum Osnabrück nach dem 30jährigen Krieg abwechselnd katholische und lutherische Bischöfe Landesherren sein sollten.

Als dies bestimmt wurde, regierte mit Franz Wilhelm von Wartenberg ein Katholik in Osnabrück, der seine Macht nutzte, bevor ihm ein Lutheraner folgte. Schon 1644 hatte er die Marienkirche in Wiedenbrück an ein neugegründetes Franziskanerkloster übertragen, das erst 2020 aufgegeben wurde. Die Klosteranlage als Ort von Begegnung und Besinnung zu erhalten, ist das Ziel der gemeinnützigen Genossenschaft „Kloster Wiedenbrück eG“. Sie hat das Baudenkmal zum vielgenutzten Veranstaltungs- und Tagungsort entwickelt, ihre freiwilligen Kräfte haben 2024 die Ehrenamtsmedaille des Landtags von Nordrhein-Westalen erhalten. Die NRW-Stiftung fördert nun die Ausstattung von zwei Veranstaltungsräumen im Dachgeschoss des Klosters – und würdigt damit ebenfalls ein außergewöhnliches Engagement.

 


Rettung für einen Winkelhof

Hakenförmige Hofanlagen sind für die Eifel typisch. So ein Winkelhof steht auch in der Gemeinde Roetgen.

Er trägt den Namen der ,,Hausfrau Anna Lütgens“, im 18. Jahrhundert Ehefrau eines Mühlen- und Webereibesitzers. Das Haus ist der letzte bauliche Zeuge aus der Ära des „Weberdorfs Roetgen“, die um 1970 endete (vgl. den Beitrag zum Webereimuseum Höfen auf S. 32). Obwohl seit 1987 denkmalgeschützt, steht das Haus schon viele Jahre leer, wurde sogar durch einen umgestürzten Baum beschädigt. Doch nun hat es der Heimat- und Geschichtsverein Roetgen gekauft, um es zu sanieren und unter der Bezeichnung „Das Lütgen“ zu einem Ort des „Miteinanders und der Neugier“ zu machen. Auch das Vereinsarchiv soll darin unterkommen. Es enthält zahlreiche Dokumente über Roetgen, das weltweit bekannt wurde, weil es die erste deutsche Gemeinde war, in die die Amerikaner 1944 einmarschierten. Die NRW-Stiftung unterstützt Rettung und Neunutzung von Haus Lütgen.