In der münsterländischen Parklandschaft nördlich von Coesfeld ist die NRW-Stiftung im Naturschutzgebiet „Tongrube Brink“ Eigentümerin von Teilflächen mit ganz unterschiedlicher Historie. Sie beherbergen schutzwürdige Biotopkomplexe und eine artenreiche Flora und Fauna. Die prominentesten Bewohner sind zweifellos Kammmolch und Laubfrosch. Nach erfolgreichem Naturschutz-Management durch den NABU-Kreisverband Coesfeld e. V. sind beide Amphibienarten mit großen und stabilen Populationen vertreten. Durch den Zukauf einer weiteren Fläche kann dieser Schatz noch besser gesichert werden.

In der münsterländischen Parklandschaft nördlich von Coesfeld ist die NRW-Stiftung im Naturschutzgebiet „Tongrube Brink“ Eigentümerin von Teilflächen mit ganz unterschiedlicher Historie. Sie beherbergen schutzwürdige Biotopkomplexe und eine artenreiche Flora und Fauna. Die prominentesten Bewohner sind zweifellos Kammmolch und Laubfrosch. Nach erfolgreichem Naturschutz-Management durch den NABU-Kreisverband Coesfeld e. V. sind beide Amphibienarten mit großen und stabilen Populationen vertreten. Durch den Zukauf einer weiteren Fläche kann dieser Schatz noch besser gesichert werden.
Bis vor einigen Jahrzehnten war der Nordteil des Gebiets eine flache Grube, in der eine Ziegelei Ton und Lehm abgebaut hatte. Seither entwickelte sich über dem wasserstauenden Untergrund ein buntes Mosaik aus Tümpeln mit Röhricht- und Seggenbeständen, Pionierrasen, Staudenfluren und Weidengebüschen. Es wurde im Jahr 2003 unter Naturschutz gestellt. Lokale Umweltgruppen legten weitere Kleingewässer an und durch ehrenamtliche Pflegeeinsätze entstand ein Eldorado für Amphibien und Insekten. Nicht weniger als 33 unterschiedliche Libellenarten wurden dort seither nachgewiesen.




Wo einst Getreide wuchs
Das südliche Drittel des Naturschutzgebiets hat eine völlig andere Genese, es handelt sich um historisches Ackerland. Sowohl am Boden wie im Luftbild wirkt es jedoch wie eine riesenhafte Wellblechstruktur, die von einer Wiese überwachsen ist. Wer hat die eigenartigen Wellen geschaffen und warum? Unser Kastentext gibt dazu Antwort. Obwohl die ehemaligen Äcker so anders aussehen haben sie Gemeinsamkeiten mit dem Biotopmosaik der Tongrube: Die Amphibien und Libellen finden in den zeitweise nassen Furchen zwischen den erhöhten Rücken gute Fortpflanzungsmöglichkeiten und konkurrenzschwache Pflanzen wie Zierliches Tausendgüldenkraut und Kröten-Binse können an den Grabenrändern ebensogut keimen und heranwachsen wie an den offenen Teichufern der Tongrube.

Ein Acker als Bodendenkmal
Wölbäcker (gesprochen: Wölb-Äcker) sind stumme Zeugen des historischen Ackerbaues und entstanden im Mittelalter durch das Pflügen mit einem Beetpflug. Die starre Pflugschar ließ die Erdschollen von beiden Ackerseiten her stets zur Mitte des Ackers hin kippen. Im Laufe vieler Jahrzehnte entstanden so langgestreckte parallele Streifen von etwa 10 Metern Breite mit dammartigem Profil. Das erlaubte auch die Ackernutzung von zeitweise nassen Lehmböden: Die „Hochbeete“ wurden über die Furchen entwässert und lieferten auch in niederschlagsreichen Perioden normalen Ertrag. In trockenen Jahren dagegen gelangten zumindest die Getreide-wurzeln in den Furchen an ausreichend Feuchtigkeit. Im Süden des NSG Brink sind die aus fünf parallelen Streifen bestehenden historischen Äcker auf einer Länge von 600 Metern besonders gut erhalten.
Teilflächen verbinden und aufwerten
Auf den übrigen Flächen des Naturschutzgebiets gibt es hinsichtlich ihres ökologischen Wertes zweifellos noch „Luft nach oben“, denn dort dominieren intensiv genutztes Grünland und ein Acker. Deshalb griff die NRW-Stiftung jetzt zu, als eine weitere, knapp fünf Hektar große Teilfläche zum Verkauf angeboten wurde. Sie schafft nämlich eine direkte räumliche Verbindung zwischen der nördlichen und der südlichen Stiftungsfläche und ermöglicht Verbesserungen des Lebensraum-Angebots für gefährdete Arten. So soll der Acker in Dauergrünland umgewandelt, extensiviert und von Rindern beweidet werden. Weiterhin ist geplant, flache Senken auszuschieben und so das Angebot an Laichgewässern zu vergrößern. Zudem sollen in dem Gebiet einzelne Gebüsche gepflanzt werden. Sie werden das Schutzgebiet zukünftig besser gegen Störungen und den Eintrag von Nährstoffen und Bioziden abschirmen.
Text: Günter Matzke-Hajek
Blickpunkt

Auf Antrag des NABU-Kreisverbandes Coesfeld e. V. erwarb die NRW-Stiftung 4,9 Hektar Land im Naturschutzgebiet „Am Brink“. Frühere Flächenkäufe in den Gemarkungen Billerbeck und Coesfeld-Kirchspiel umfassten schon rund 30 Hektar Land, die teilweise ebenfalls im genannten NSG liegen und vorrangig dem Amphibienschutz dienen. Neben der Finanzierung des Grunderwerbs übernimmt die Stiftung auch die Erstpflege- und Entwicklungskosten. Das NSG wird seit 1994 vom NABU betreut.
www.nabu-coesfeld.de/unsere-projekte/brink






















