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Digitale Brille in die Natur: Augmented Reality für den Naturpark Nordeifel
Der Naturpark Nordeifel setzt auf eine digitale Innovation: Mithilfe von „Augmented Reality“ sollen Besucher künftig seltene Tiere, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge erleben – ohne die Natur zusätzlich zu belasten. Das Land NRW fördert das Projekt großzügig, die NRW-Stiftung stockt den Etat auf.



Eine Wanderung durch den Naturpark Nordeifel soll in Zukunft noch erlebnisreicher werden. Denn wer es in Wäldern, Wiesen und Mooren dieses einzigartigen Mittelgebirgs-Naturraums darauf abgesehen hat, auch die oft verborgenen besonderen Naturschätze zu finden, wird künftig mit Sicherheit manchen Treffer mehr landen – wenn auch „nur“ virtuell.
Funktionieren soll das mithilfe einer „Augmented-Reality-App“. Besucherinnen und Besucher können bei installierter App ihr Smartphone an markierten Stationen auf die Landschaft richten und sehen dann digitale Inhalte, die sich nahtlos über das reale Bild legen. So erscheinen beispielsweise detailgetreue 3D-Modelle scheuer Tiere wie dem nachtaktiven Ziegenmelker oder der Flussperlmuschel – Arten, die im Gebiet vorkommen, sich aber Besucherinnen und Besuchern kaum zeigen. Auch seltene Orchideen oder farbenprächtige Schmetterlinge werden so virtuell erfahrbar.
Die Idee für die App des 1960 gegründeten Naturparks wurde im Förderwettbewerb ,,Dein NATURpark – Entdecke die Vielfalt“ ausgezeichnet. Der vom Umweltministerium NRW ausgelobte Preis ist mit einer Landesförderung von 400.000 Euro verbunden. Die NRW-Stiftung steuert 80.000 Euro für die Entwicklung der App bei. Neben der Steigerung der Attraktivität für Besucherinnen und Besucher soll im Naturpark auch ein Beitrag zur Umweltbildung und zur Lenkung der Gäste und damit zum Naturschutz in den oft sensiblen Lebensräumen geleistet werden.
Geplant sind vier Erlebnisbereiche: Flora und Fauna, ökologische Prozesse, Maßnahmen zur Pflege von Lebensräumen sowie Orientierung mit Kulturlandschafts-Informationen. Dazu zählen etwa Simulationen zur Beweidung oder kontrollierten Brandbekämpfung, aber auch Overlays über Panoramablicke, die Gebirgszüge, Täler und geologische Entwicklungen erläutern. Umgesetzt wird das Projekt in Zusammenarbeit mit Biologischen Stationen, Naturschutzbehörden, Tourismus und dem Nationalpark Eifel. Die App soll im Herbst 2027 eingeführt werden.
So eine Schweizerei
Ein Schweizer ist a) ein Staatsbürger der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der in dieser Eigenschaft eine der Bedingungen erfüllt, um b) Mitglied der päpstlichen Schweizergarde zu werden. Oder aber c) er melkte einstmals Kühe. Denn da Gutshöfe mit Milchvieh früher auch als „Schweizereien“ bezeichnet wurden, nannte man die dort beschäftigten Melker oft kurzerhand „Schweizer“.
Die historische Gutsanlage „Engelshof“ in Köln-Westhoven ist ein ehemaliger Milchviehbetrieb, dessen „Schweizer“ im sogenannten Melkerhaus wohnten. Heute dient die Hofanlage als Bürgerzentrum mit Kultur- und Freizeitveranstaltungen, Kursen, Weiterbildungen und Beratungen. Das alte, seit einigen Jahren ungenutzte Melkerhaus indes bedarf dringend der Sanierung, soll es doch künftig zum zusätzlichen Stützpunkt für integrative, kulturelle und soziale Initiativen werden. Die NRW-Stiftung hat dem Trägerverein „Bürgerzentrum Engelshof e. V.“ dafür jetzt finanzielle Unterstützung zugesagt.
Zurück in den Wind
Die Windmühle im münsterländischen Lette, einem Ortsteil der Stadt Coesfeld, wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut – erst, weil viele Mühlenkonzessionen schon Jahrhunderte früher erteilt wurden. Doch gerade weil der Letter „Galerieholländer“ einen Mühlenneubau aus der Epoche der beginnenden Gewerbefreiheit repräsentiert, illustriert er bis heute ein spezielles Kapitel der Wirtschaftsgeschichte. Und was das Alter angeht, so ist ein Mühlenturm mit hölzerner Grundkonstruktion, die im Wesentlichen noch aus dem Jahr 1813 stammt, eindrucksvoll genug.
Allerdings – vom Wind angetrieben wird die Mühle schon seit den 1930er Jahren nicht mehr. Die Windmühle Lette gGmbH will das nun ändern und dabei zugleich den inzwischen äußerst maroden Zustand der Anlage beseitigen. Die Aufgabe ist keine Kleinigkeit, da die Mühle nicht mehr im Lot steht, sondern um mehrere Zentimeter nach Süden ausgebrochen ist – eine Gefahr für die Statik der Holzkonstruktion. Die NRW-Stiftung hilft dabei, das wankende Wahrzeichen Lettes für die Zukunft zu bewahren.























