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Verschollenen Meisterwerken auf der Spur
95 Jahre lang galt das Gemälde „Das leere Glas“ von Jacob Duck als verschollen. Dass es nun nach Schloss Drachenburg zurückgekehrt ist, ist eine kleine Sensation. Vorausgegangen war eine jahrelange Spurensuche, die mit einer aufregenden Zitterpartie in einem Münchner Auktionshaus zu Ende ging.
Kunstvolle Buntglasfenster, exquisites Mobiliar, wertvolle „Alte Meister“ an den Wänden – an der Einrichtung seines Märchenschlosses hatte Stephan von Sarter nicht gespart. Die prachtvolle Ausstattung von Schloss Drachenburg fand schon unter Zeitgenossen viele Bewunderer. Doch in der wechselvollen Geschichte des Schlosses ist Vieles verschwunden, verkauft oder zerstört worden. So galt das 1635 entstandene Ölgemälde „Das leere Glas“ des niederländischen Malers Jacob Duck (um 1600–1667) seit einer Auktion im Jahr 1930 als verschollen. Die Christlichen Schulbrüder, in deren Besitz Schloss Drachenburg damals übergegangen war, hatten sämtliches bewegliches Schlossinventar zu Geld gemacht, auch der Duck war dabei unter den Hammer gekommen.
Schon seit Jahren durchforstet Kunsthistorikerin Tanja Bleutgen-Wagner regelmäßig die Verkaufskataloge von Auktionshäusern und sucht online nach Kunstwerken, die aus dem Anwesen verschwunden sind. Dass plötzlich im Katalog des Münchner Auktionshauses Hampel der Duck auftauchte, dürfte für das Team von Schloss Drachenburg der sprichwörtliche „Sechser im Lotto“ gewesen sein. Geschäftsführer Joachim Odenthal jedenfalls sprach von einer „historischen Möglichkeit, die so schnell nicht wiederkommt“. Denn schließlich sollen alle Räume des Schlosses wieder so originalgetreu wie möglich gestaltet werden, um die hochherrschaftliche Wohnatmosphäre vor mehr als 100 Jahren für die heutigen Besucher spürbar und erlebbar zu machen.
Die Chance, das Original-Gemälde, das einst im Privat- oder im Fremdenappartement des Schlosses gehangen hat, zurück zu erwerben, war so einmalig, dass man bei der Auktion nichts riskieren wollte – erst recht nicht, dass sich bei einer Teilnahme online womöglich im entscheidenden Augenblick die Internet- oder die Telefonverbindung „verabschiedet“. Bleutgen-Wagner packte also die Koffer und reiste nach München, um das Bild direkt vor Ort zu erstehen. Ob die Reise von Erfolg gekrönt sein würde, war im Vorfeld mit einem großen Fragezeichen versehen. Völlig offen, wie viele Bieter sich für das alte Meisterwerk interessieren, ebenfalls offen, wie hoch die Gebote steigen würden. Da auch ein Märchenschloss wie Schloss Drachenburg keinen Goldesel hat, war klar: Das finanzielle Limit würde schnell erreicht sein.
Entsprechend groß war die Spannung im Auktionshaus. Das Startgebot für den Duck: 10.000 Euro. Nur Bleutgen-Wagner hob die Hand, sonst blieb es ruhig im Auktionssaal. Auch online ging kein weiteres Gebot ein, die Telefone blieben ebenfalls still. Sekunden später fiel schon der Hammer: Das Gemälde war verkauft an Schloss Drachenburg. Nach 95 Jahren konnte der Duck endlich wieder heimkehren. Nach kleineren konservatorischen Maßnahmen hängt er nun an seinem neuen Platz in Sarters Privat-Frühstückszimmer.
Text: Gabriela Quarg
Zwölfmal staunen
Idyllische Landschaften, starke Details: Der Wandkalender 2026 des Umweltministeriums NRW und der NRW-Stiftung zeigt tolle Aufnahmen.

Schneeweiß und mit leicht skeptischem Blick schaut das kleine Raubtier aus einer mit Raureif bedeckten Wiese – es ist ein Hermelin, der „Titelheld“ des großformatigen Fotokalenders 2026 des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums und der NRW-Stiftung. Auch eine Jury hat das Tier in seinen Bann gezogen. Denn vorausgegangen war wie üblich ein Fotowettbewerb. Und dabei erreichte Fotograf Martin Wenner aus Werl den mit 1.000 Euro dotierten 1. Preis. Sein Motiv ist neben dem Titel- auch auf dem Januar-Blatt zu sehen.
Den zweiten Platz, dotiert mit 600 Euro, belegte Thomas Bertelmann aus Freudenberg für einen aus ungewöhnlicher Perspektive aufgenommenen Baumpilz, den Buchen-Schleimrübling. Er ziert das Oktober-Blatt. Und einen Monat später ist ein Eisvogel auf einem dünnen Zweig zu sehen, den Hans-Jürgen Schalski aus Lage vor die Linse bekam. Für den dritten Platz im Fotowettbewerb erhält er 400 Euro. Alle weiteren Fotografinnen und Fotografen, deren Bilder in den Kalender aufgenommen wurden, erhalten jeweils 250 Euro. Insgesamt hatten sich 480 Menschen an dem Wettbewerb beteiligt. Der nächste läuft schon: Aktuell besteht die Möglichkeit, Bilder für den Kalender 2027 einzureichen. Bis zum 28. August 2026 ist die Teilnahme möglich.
Besser in die Röhre blicken
Ein historisches Wasserohr wird im Burgmuseum Horn nun zeitgemäß und kinderfreundlich präsentiert – in der neuen Ausstellungseinheit „Wasser und Brunnenfunde“, gefördert von der NRW-Stiftung.
Damit ein Museum spannend für Kinder ist, braucht es eine kindgerechte Ansprache und auf sie zugeschnittene Angebote. Vor allem aber müssen sie die Exponate gut erreichen und anschauen können. Ersteres klappt im Burgmuseum in Horn-Bad Meinberg seit Jahren mit Bravour – rund 1.000 Kinder und Jugendliche kommen pro Jahr hierher. Beim zweiten Punkt hat der Heimatverein Horn als Betreiber des Museums jetzt nachgebessert. Junge Besucherinnen und Besucher freuen sich hier über einen neu gestalteten „Roten Saal“.
Dessen Herzstück ist ein historisches Wasserrohr aus Holz aus dem 18. Jahrhundert. Es ist in einer neuen Vitrine nun so platziert, dass man hindurchschauen kann. LED-Beleuchtung rückt es ins rechte Licht. Krüge und Becher, die man im Burgbrunnen gefunden hat, sowie historische Beschläge werden separat präsentiert. Das Museum wird durch großes bürgerschaftliches Engagement getragen: Der Heimatverein betreibt es ehrenamtlich. Für seinen Einsatz wurde er bereits vor zehn Jahren mit der Verleihung des „WegWeiser"-Preises des Fördervereins der NRW-Stiftung gewürdigt.
Bis heute ist es den Vereinsmitgliedern wichtig, insbesondere jungen Menschen ein geschichtliches Grundwissen mitzugeben. Alle Grundschulkinder im Ort nehmen in der dritten Klasse an einer Stadtführung teil, alle Viertklässler profitieren von einer Burgführung. Hier sehen sie nun den neu gestalteten Roten Saal – mit einem einzigartigen Einblick auf Augenhöhe in die historische Wasserversorgung ihrer Stadt.
In guten Händen
Mehr als 40 Institutionen und Einzelpersonen kümmern sich im Auftrag der NRW-Stiftung um die Flächen in ihrem Eigentum. Der gemeinsame Austausch ist eng. Nun fand eines der regionalen Betreuertreffen im Naturschutzgebiet Rinnenberg in Extertal statt.
Mehr als 7.300 Hektar Naturschutzflächen sind in Nordrhein-Westfalen im Eigentum der NRW-Stiftung. Dass sie alle jemanden haben, der hier nach dem Rechten schaut, die Flächen sichert, pflegt und weiterentwickelt, zeigt einmal mehr: Die Stiftung lebt vom Engagement Vieler. Mehr als 40 Institutionen und Einzelpersonen kümmern sich im Rheinland, in Westfalen und in Lippe um die Grundstücke. Zum gemeinsamen Austausch traf die Stiftung im Frühjahr ihre Gebietsbetreuerinnen und -betreuer im Regierungsbezirk Detmold.
Die berichteten bei dem Treffen aus ihrer täglichen Arbeit. Dabei stehen die Belange des Naturschutzes stets an erster Stelle – kein Zufall, dass die meisten Betreuerinnen und Betreuer aus den Reihen der Biologischen Stationen im Land, den großen Naturschutzorganisationen NABU und BUND oder regionalen Naturschutzvereinen kommen. Sie haben für die NRW-Stiftung den Erhalt und die Weiterentwicklung der Flächen im Blick. Während Wildnisgebiete weitgehend ohne Eingriff des Menschen bleiben sollen – hier steht dann vor allem die Verkehrssicherung im Fokus –, geht es auf den meisten Flächen darum, die Landschaftsform dort mit all ihren ökologischen Nischen zu erhalten und zu stärken.
Dies geschieht meist durch extensive Bewirtschaftung, etwa die schonende Mahd von Wiesen oder die Beweidung von Heideflächen – oder auch durch eine spezielle Form der Forstwirtschaft, wie die Teilnehmenden des Treffens in Lippe bei einer Exkursion ins Naturschutzgebiet Rinnenberg in Extertal sehen konnten. Hier wird ein Niederwald erhalten. Die Bäume werden alle paar Jahre zeitlich versetzt auf den Stock gesetzt, wodurch sie neu austreiben. Auf den eher lichten Flächen haben sich wärmeliebende Pflanzen etabliert – etwa die Duftende Schlüsselblume, der Schwalbenwurz, die Finger-Segge oder die Elsbeere. 18 Hektar sind hier im Eigentum der NRW-Stiftung.
18 Hektar, auf denen sich der NABU Lippe am Rinnenberg auch weiterhin mit viel Engagement für den Naturschutz und die Ziele der NRW-Stiftung einsetzen wird – genauso wie die Partnerinnen und Partner auf weiteren mehr als 1.000 Hektar Flächen im Regierungsbezirk Detmold und mehr als 7.300 Hektar in ganz Nordrhein-Westfalen.
Wechsel an der Tastatur
Eine Ära geht zu Ende: Joachim Rudat, zwei Jahrzehnte lang bei der NRW-Stiftung zuständig für die EDV, ist im Sommer in die passive Phase seiner Altersteilzeit eingetreten.

Begonnen hatte der 63-Jährige studierte Mathematiker im Jahr 2001. Über eine Weiterbildung fand er den Weg zur Informationstechnik und begleitete in seiner Zeit im Haus der Stiftungen die fortschreitende Vernetzung und Digitalisierung.
Als Nachfolger konnte die NRW-Stiftung Frank Chahid gewinnen. Der 46-jährige IT-Spezialist bringt Erfahrungen aus der Welt der Stiftungen ebenso mit wie fundierte Kenntnisse in seinem Fachgebiet. Er möchte als Nachfolger Joachim Rudats den eingeschlagenen Weg der Digitalisierung weitergehen – eine wichtige Basis, damit die Stiftung intern wie auch nach außen ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen kann.
Mit Fördergeld bedacht
Der Botanische Garten in Solingen ist eine beliebte Attraktion. Dank einer Förderung der NRW-Stiftung sind die Besucherinnen und Besucher hier künftig wieder vor Sonne und Regen geschützt.

Meist spielt sie nur eine Nebenrolle und wird von den Besucherinnen und Besuchern kaum wahrgenommen. Doch an sonnigen und heißen Tagen möchte sie niemand missen. Fast instinktiv begeben sich die Gäste des Botanischen Gartens Solingen dann in den Schutz der Pergola, des Säulenganges an der Seite der Schauhäuser. Dank der NRW-Stiftung finden sie hier auch künftig Schatten. Mit Hilfe einer Förderung wurde das Bauwerk umfassend erneuert.
Nachdem man entdeckt hatte, dass die alten Holzbalken nach Jahrzehnten morsch geworden waren, musste die Pergola gesperrt und die gesamte Holzkonstruktion abgebaut werden. Die tragenden Sandsteinsäulen blieben dagegen stehen. Robuste Eichenbalken wurden aufgesetzt – die nun viele Jahre halten dürften. Ein wenig wird es allerdings noch dauern, bis die Pergola ihren früheren Charme entfaltet. Kletterpflanzen müssen nun noch etwas heranwachsen, bis sie das Dach wie früher überranken.
Mit ihrer Förderung würdigt die NRW-Stiftung das große ehrenamtliche Engagement im Botanischen Garten, denn ohne das würde es ihn wohl heute nicht mehr geben. Als die Stadt Solingen Ende der 1990er-Jahre über eine Schließung nachdachte, gründete sich die Stiftung Botanischer Garten und setzte sich für den Erhalt der beliebten Attraktion ein. Der Verein wird nicht müde, Sponsoren und Förderer zu suchen und die Betriebskosten durch ehrenamtliche Arbeit möglichst gering zu halten. So pflegen die Mitglieder große Teile des Gartens unentgeltlich. Engagement, das zum Botanischen Garten passt: Es wächst und gedeiht!
Alles muss raus
Das Kluterthöhlensystem in Ennepetal wird Schritt für Schritt renaturiert. Mithilfe einer Förderung der NRW-Stiftung sind Schutt und Schlacke aus dem Zweiten Weltkrieg nun aus der Bismarckhöhle verschwunden.
Kilometerlange Gänge, gewaltige Hallen, Bäche und Seen: All das ist in Ennepetal tief unter der Erdoberfläche verborgen – im Höhlensystem der Kluterthöhle. Seit vielen Jahren ist der Arbeitskreis Kluterthöhle dabei, das Naturdenkmal zu erkunden, zu erforschen und Teile für Besuchende zugänglich zu machen. Unerwünschte Spuren der jahrhundertelangen menschlichen Nutzung sollen dabei verschwinden. In der Bismarckhöhle ist jetzt der zweite Bauabschnitt des Projektes abgeschlossen.
Diese Höhle wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzraum ausgebaut. Menschen aus dem Ort sollten hier Schutz vor Bombenangriffen finden. Um die Höhle dafür herzurichten, nahm man wenig Rücksicht. Schutt und Schlacke wurden hineingekippt um Wege und ebene Flächen zu schaffen. Und das nicht nur in trockenen Höhlenbereichen. Selbst ein See von drei Metern Tiefe wurde verfüllt. Tiere verloren dadurch ihren Lebensraum, faszinierende geologische Spuren verschwanden. Denn das Kluterthöhlen-System ist ein versteinertes Korallenriff.
Nun sind Wasserflächen, Bachläufe und Fossilien wieder freigelegt. Möglich machte dies eine Förderung der NRW-Stiftung. Dazu löste der Arbeitskreis rund 75 Kubikmeter Schutt und umgelagerte Sedimente von Wänden und Böden, fuhr sie in Containern ab und reinigte die Höhleneingänge mit Hochdruckreinigern. Die Ehrenamtlichen hoffen, dass davon auch Tiere profitieren, die sich in Höhlengewässern wohlfühlen. Auch auf fliegende Höhlenbewohner haben sie gezielt Rücksicht genommen: Weil Fledermäuse jedes Jahr ab September in den Höhlen ihre Winterquartiere beziehen, wurden die Arbeiten vorher abgeschlossen.





























