Editorial

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,


vor einem Jahr geschah etwas, das wir wohl alle bis dahin nicht für möglich gehalten haben. Mitten in Deutschland versinken im Juli 2021 Häuser, Straßen, ja halbe Ortschaften in den reißenden Fluten von Flüssen, die viele von uns bis zu diesem Zeitpunkt wohl eher als Flüsschen bezeichnet hätten. Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit mehr als 180 Toten erschüttert uns bis heute. Vielerorts sind die Spuren noch sichtbar und der vollständige Wiederaufbau wird noch Jahre in Anspruch nehmen.
 
Nach solchen Ereignissen suchen wir nach Lehren. Für mich lautet die wichtigste Lektion, dass wir unseren Umgang mit der Natur überdenken müssen – in unserem eigenen Interesse. Denn Ahr, Erft, Nette, Rur oder Kyll konnten ihre zerstörerische Kraft besonders dort entfalten, wo sie in ein zu enges Korsett gepresst  wurden und wo es an Platz in ihren Auen mangelte, die Wassermassen während der Flut unschädlich aufzunehmen: Auenschutz ist Hochwasserschutz – wenn wir lebendige, ökologische Flüsse, Bäche und Auen samt ihrer Wälder erhalten und fördern, schützen wir damit zugleich auch uns selbst und unsere Kulturgüter.Zugegeben, das ist keine ganz neue Erkenntnis, und auch in Nordrhein-Westfalen steht die Renaturierung von Flüssen und Bächen sowie der Schutz ihrer natürlichen Auen schon seit den 1990er Jahren im Mittelpunkt der Umweltpolitik. Doch es bleibt noch viel zu tun. Denn auch die gerade vorgelegten neuen Berichte des Weltklimarates warnen uns einmal mehr, dass wir uns mit der fortschreitenden Erwärmung auf häufigere Hochwasser einrichten müssen. Auch die Klima-Expertinnen und Experten empfehlen uns dringend, noch konsequenter als bislang auf den natürlichen Hochwasserschutz zu setzen.

Bei der NRW-Stiftung tun wir dies bereits – und das nicht erst seit gestern. Schon unmittelbar nach Gründung der Stiftung haben wir damit begonnen, Vorhaben zur Auenrenaturierung zu unterstützen. Mittlerweile helfen wir gemeinsam mit unseren zahlreichen Partnerinnen und Partnern in allen Landesteilen dabei, dass sich auf mehr als 1.500 Hektar Fläche wieder naturnahe Auen entwickeln dürfen. Denn Feuchtwiesen, Auenwälder und Heckenlandschaften sind nicht nur beste Verbündete gegen Hoch-wasser – sie sind auch Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen, sie helfen uns als Kohlenstoffspeicher beim Klimaschutz und sie sind prägende Elemente des heimischen Landschaftsbildes – Erlebnisräume, die uns Erholung und viele schöne Au(g)en-Blicke ermöglichen. In unserer Titelgeschichte stellen wir Ihnen in diesem Heft einige unserer Projekte vor.

Eckhard Uhlenberg
Präsident der NRW-Stiftung


Gemeinsam für ein lebendiges Land


Überall im Lande gibt es Initiativen, Vereine und Verbände, die sich mit viel Herz und Sachverstand für die Naturschönheiten und die kulturellen Schätze in Nordrhein-Westfalen einsetzen. Seit 1986 hilft ihnen die NRW-Stiftung nach besten Kräften und hat bereits über 3.300 Projekte fördern können. Alle Naturschutz- und Kulturprojekte der NRW-Stiftung haben eines gemeinsam: Menschen setzen sich für ihr Land ein und sichern und erhalten Natur und Landschaft, Denkmäler und Kulturgüter. Sie bereichern damit die Schönheit, die Vielfalt und die Geschichte unseres Landes.

Die NRW-Stiftung will möglichst viele Menschen für diese Ziele gewinnen. Dafür gibt es den Förderverein NRW-Stiftung. Als fördernde Mitglieder unterstützen bereits viele Bürgerinnen und Bürger, darunter auch bekannte Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wirtschaft, die Arbeit der NRW-Stiftung. Über Neues berichtet regelmäßig dieses Magazin.

 

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