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Das rheinische Haus von Clara und Robert Schumann

Unter den Großen der Musik haben einige für NRW besondere Bedeutung, allen voran der gebürtige Bonner Ludwig van Beethoven. Auch Robert Schumann ist zu nennen, der zwar kein Rheinländer, sondern Sachse war, dessen „Rheinische Symphonie“ aber zur musikalischen Erkennungsmarke geworden ist. Schumann schrieb sie angeblich unter dem Eindruck, den der Kölner Dom auf ihn gemacht hatte. Vielen Menschen ist das schwungvolle Hauptthema als jahrzehntelange Titelmelodie der WDR-Sendung „Hier und Heute“ vertraut.

Robert Schumann kam 1850 mit seiner nicht minder berühmten Frau, der Pianistin und Komponistin Clara Schumann nach Düsseldorf, um hier als Städtischer Musikdirektor zu arbeiten. Der Komponist benötigte damals Wohnraum „für mich, meine Frau, fünf Kinder und zwei bis drei Dienstboten — keine musikalische Nachbarschaft (ein Hauptpunkt)“, wie er an den Arzt und Schriftsteller Wolfgang Müller schrieb. Der Wunsch war schwer zu erfüllen, die Familie Schumann zog mehrfach um, bis sie 1852 in der Bilker Straße ein passendes Domizil fand.

Einzigartige Adresse

Das um 1800 errichtete Haus ist heute die einzige Schumann-Adresse mit historischer Bausubstanz. In der Nähe liegt das Heinrich-Heine-Institut, dessen Archiv eine große Schumann-Sammlung beherbergt. Dazu zählen Originalbriefe und -noten, von denen einige mithilfe der NRW-Stiftung erworben wurden. Diese Sammlung soll den Grundstock eines künftigen Museums im Schumann-Haus bilden, das zuvor aber saniert werden muss. Die NRW-Stiftung hilft auf Antrag des „Fördervereins Schumann-Haus Düsseldorf“ bei der denkmalgerechten Restaurierung. Sie unterstützt zudem Maßnahmen zur Barrierefreiheit, zu denen ein gläserner Anbau mit geeignetem Aufzug gehört.

Robert Schumann endete tragisch. Er erlebte in Düsseldorf heftige Querelen mit seinem Orchester und zeigte überdies immer stärkere Anzeichen geistiger Verwirrung. Im Februar 1854 stürzte er sich von der Oberkasseler Pontonbrücke aus in den Rhein. Er wurde gerettet und in die Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn gebracht, wo er zwei Jahre später starb. Clara Schumann zog 1857 nach Berlin. Sie starb 1896.


Für ein Miteinander von Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft und Jagd

Bildungshaus Modexen

Der Neubau des Bildungshauses Modexen in Brakel ist weitgehend fertiggestellt. Das barrierefrei und einladend mit viel Holz und Glas gestaltete Seminargebäude, das auch mit Leader-Mitteln gefördert wurde, soll noch in diesem Jahr bezogen werden. Parallel zu den letzten Arbeiten am Gebäude geht es nun an die Erarbeitung eines nachhaltigen Bildungskonzepts. Die NRW-Stiftung hat das Bildungshaus Modexen von der Idee bis zur baulichen Umsetzung maßgeblich unterstützt und setzt diese Arbeit nun auch bei der Entwicklung eines Bildungskonzepts fort. Inhaltlicher Schwerpunkt des Hauses ist unter dem Motto „KulturLandBildung“ die Erarbeitung ganzheit­licher Ansätze für ein harmonisches und praktikables Miteinander der verschiedenen Interessengruppen bei der Landnutzung. Konkret geht es um den wertschätzenden Dialog zwischen Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie der Jagd. Diese drei Säulen sind im Trägerverein „Bildungshaus Modexen e. V.“ in Drittelparität vertreten.  Die hier als Pilotprojekt erarbeiteten Konzepte für eine konstruktive Partnerschaft sollen auch als Modell für andere Regionen dienen.


Ein Trafoturm für den Artenschutz

Die Menschen machen dicht. Moderne Gebäude bieten vielen Arten immer weniger Ruhe- und Nistplätze. Die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU) in Haan schafft deshalb neuen Lebensraum im ehemaligen Trafoturm Elp. Und zeigt mit einem Leuchtturm-Projekt, wie sich Naturschutz, Denkmal- und Heimatpflege auf besondere Weise verbinden lassen.

Eulen, Fledermäuse, Mauersegler, Schmetterlinge und andere Tiere sollen in und am Gemäuer zwischen Haan und dem Ortsteil Gruiten optimale Lebensbedingungen vorfinden. Tierarten, die vornehmlich Gebäude bewohnen, unterstützt die AGNU mit der Schaffung von Nisthilfen, Tages- und Nachtverstecken sowie Sommer- und Winterquartieren. Dazu gehören zum Beispiel ein Wildbienenhotel an der Sonnenseite der Fassade, Amphibienverstecke im Kellerschacht, verschiedene Nistkästen und Fledermausbretter.

Die stillgelegte Transformatorenstation wurde 1912 von den Rheinischen Elektrizitätswerken erbaut und war Teil der Stromversorgung der Stadt. Die AGNU erwarb den inzwischen denkmalgeschützten Turm 2017 von den Stadtwerken für den symbolischen Betrag von einem Euro und setzt sich seither für seine Umnutzung ein. Nach einer mehrjährigen Planungsphase konnte die Initiative im Sommer 2021 schließlich mit dem Umbau des Gebäudes zum Artenschutzturm und mit denkmalpflegerischen Arbeiten an Fassade und Sockel beginnen. Tatkräftig unterstützt wird sie dabei von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, zahlreichen lokalen Sponsoren und der NRW-Stiftung.